Oberschwabenklinik
Bauprojekt >  Der Weg zum Bau >  Architektenwettbewerb > 2. Preis (A)

Architektengruppe Eggert&Partner Freie Architekten + Ingenieure BDA Stuttgart

1006 2. Preis

Das Projekt beruht auf einer konzentrischen Anlage, bei der 4 winkelförmige Baukörper die zentralen Eingangsbereiche umschließen.

Die zu erhaltenden Bauteile werden in diese Körper integriert.

Die dreigeschossige Eingangshalle im Schwerpunkt der Anlage soll den Besucher und dem Patienten eine lichtdurchflutete Atmosphäre vermitteln.

Durch die einfache Organisation der Körper um diese Halle ist die Auffindbarkeit der einzelnen Bereiche gewährleistet.

Gleichzeitig ermöglichen die Öffnungen der Halle nach allen vier Seiten differenzierte Zugänge als Haupteingang, Zugang in die Mutter-Kind-Klinik, Notfalleingang.

Im Endausbau werden Baukörper von ungefähr gleicher Höhe resultierten, was das Gesamtbild beruhigt. Eine Ausnahme bildet das Ärztehaus, das additiv an den Funktionsbau angedockt wird und in der Systematik der Gesamtanlage keine Logik aufweist. Allerdings ist die funktionale Verbindung dieses Ärztehauses mit dem Funktionsbau positiv zu bewerten.

Die äußeren Erschließungen sind dank dem differenzierten System benutzerfreundlich und funktionell. Die Distanz der Parkplätze zu den Eingängen ist jedoch beträchtlich und die Höhendifferenz ist nicht zu vernachlässigen.

Die Liegendkrankenvorfahrt müsste im Einbahnverkehr organisiert werden. 

Der Hubschrauberlandeplatz auf dem Funktionsbau weist unterschiedliche Probleme auf. Seine Distanz zu den nächsten Vertikalverbindungen und die langen Wege zur Notaufnahme stellen betriebliche Nachteile dar. Außerdem sind die statischen Probleme in diesem Zusammenhang durch den Bearbeiter nicht als gelöst dargestellt worden.

Die inneren Erschießungen weisen durchaus räumliche Qualitäten auf, indem sie immer wieder Öffnungen nach außen ausweisen.

Problematisch wird die Mehrfachnutzung des zentralen Bereichs für Bettentransporte als auch für Aufenthaltsbereiche für Patienten und Besucher gewertet.

Dass dieses Problem gelöst werden kann, zeigt die dargestellte Verbindung von Bauteil B zum Untersuchungs- und Behandlungsbereich.

Weitere Mängel werden im neuen Zugang zur Strahlentherapie durch den Versorgungsteil im 1. UG gesehen (wobei auch die Überhöhe dieses Bereichs in das Erdgeschoss ragt), darüber hinaus wird die Versorgungsebene als organisatorisch mangelhaft angesehen.

Das architektonische Konzept überzeugt, die räumliche Großzügigkeit verspricht eine patientenfreundliche Anlage. Das Konzept von öffentlichen und privaten Freiräumen ist logisch umgesetzt, Inseln von Licht und Ruhe finden sich sowohl in den Pflegebereichen als auch in den Verkehrsflächen.

Mit diesem Raumkonzept werden die sozialen Komponenten eines Krankenhausgebäudes wahrgenommen und sinnvoll umgesetzt.

Durch die enge Verbindung der funktionalen Bereiche ergeben sich günstige betriebliche Abläufe und kurze Wege.

Die Bettenstationen brechen aus den bekannten Schemen der Zwei- und Dreibünder aus und zeigen neue Anordnungen von hoher Qualität.

Trotz der aufgelösten Grundrisse in den Pflegebereichen ist durch die günstige Anordnung der Bettenzimmer um den Pflegestützpunkt mit einer hohen Arbeitseffizienz für das Ärzte- und Pflegeteam zu rechnen.

Das Mutter-Kind-Zentrum ist als eigene Einheit erkennbar und weist dadurch einen strategischen Vorteil gegenüber konkurrierenden Kliniken auf.

Die dargestellten Bauphasen sehen die Schaffung der zentralen Verbindungshalle im letzten Bauabschnitt vor. Wünschenswert wäre eine frühere Realisierung für die Vereinfachung der Verbindungen zwischen einzelnen Baukörpern.

Der Versorgungsengpass durch den Entfall Küche bis zur Fertigstellung der vollständigen Ver- und Entsorgungsebene ist nicht gelöst.

Während dem Bau der neuen Haustechnikzentrale ist die Anlieferung stark eingeschränkt.

Bei den Gebäudekennwerten liegt die Arbeit in einem guten wirtschaftlichen Bereich.

Der Gesamteindruck der Arbeit ist positiv. Das neue Krankenhaus zeigt sich als städtebaulich und landschaftlich gut integrierter Wettbewerbsbeitrag. Seine Qualitäten liegen sowohl im menschlichen als auch im betrieblichen Bereich.

Die beschriebenen Defizite sind behebbar.