Es existiert eine klare Gliederung des Baukörpers die sich städtebaulich harmonisch in die Randbebauung einfügt. Sie wird unterteilt in Funktionsbauten und Bettenhäuser.
Die Nutzervorgaben bzgl. eines Haupteingangs und eines Seiteneingangs von Norden bzw. Süden sind eingehalten.
Die genannten Eingänge liegen auf den Ebenen -1 bzw. 0. Positiv gibt es anzumerken, dass die Parkmöglichkeiten sehr nah am Haupteingang und der Haupteingangsebene lokalisiert sind. Zu überprüfen wäre die Beibehaltung einer Ringstraße, die den Anschluss der Parkmöglichkeiten an die südlichen Teile des Grundstücks ermöglicht. Hierzu wäre eine Verlegung der jetzigen Ringstraße erforderlich.
Das Ausbildungszentrum wird nach dem vorliegenden Plan nicht auf dem Wettbewerbsgebiet realisiert. Der Anschluss des Ärztehauses an das Parkdeck im Bereich des Haupteingangs ist nicht nachgewiesen.
Als positiv hervorgehoben wird die klare Trennung zwischen den Funktions- und Bettenhäusern. Ein Großteil des Parks bleibt erhalten.
Die 2-geschossige Bauweise ermöglicht eine harmonische und menschliche Eingliederung des Baukörpers in die städtebauliche Landschaft. Die Gebäudestruktur nimmt die natürliche Topographie des Wettbewerbgebietes auf. Der Höhenunterschied zwischen den Bettenbauten und der Sinova-Klinik im südwestlichen Bereich des Wettbewerbgebietes wird kritisch gesehen.
Ein erster Eindruck von Geborgenheit, Freundlichkeit und einladender Erscheinung, die auf den Innenraum Interesse weckt, ist vorhanden. Die niedriggeschossige, offene und lichtdurchflutete Gliederung des Baukörpers der Bettenhäuser ermöglicht für Mitarbeiter und Papienten sowie Angehörige einen intensiven Bezug zu Natur und Umwelt (der Zugang zu den Freianlagen wird unterstellt). Die Ost-West-Ausrichtung für den größten Teil der Zimmer im Bettenhaus wird positiv bewertet.
Die architektonische Gestaltung der öffentlichen Räume und der Patientenzimmern ermöglicht eine hohe Qualität. Positiv wird die Anordnung der Patientenbetten in den 2-Bett-Zimmern gegenüber voneinander hervorgehoben. Eine alternative Nutzung als 4-Bett-Zimmer bedarf eines näheren Nachweises.
Die rasche Erstellung der gesamten Allgemeinpflegekapazitäten im 2. Bauabschnitt wird sehr positiv gesehen. Der frühzeitige, ersatzlose Wegfall von 100 stationären Betten im Bauabschnitt wird als problematisch beurteilt. Für den Wegfall des Hubschrauberlandeplatzes muss eine alternative Lösung aufgezeigt werden. Das Gleiche gilt für die fehlende Unterbringung von zwei Arztpraxen aus dem bestehenden Hochhaus. Die Unterteilung in 6 Bauabschnitte mit einer Gesamtherstellungszeit von ca. 11 Jahren wird kritisch gesehen.
Im Rahmen der Vorprüfung wurde nachgewiesen, dass der vorliegende Entwurf auf eine durchschnittliche Wirtschaftlichkeit des Betriebs ermöglicht. Das Verhältnis von Fassadenfläche zu Bruttogrundfläche liegt leicht unterhalt des Durchschnitts. Der Entwurf weist keine durchgängige Versorgungsebene auf, dieses wird kritisch gesehen.
Es werden funktionale Schwächen im Bereich der OP-Abteilung und im Bereich der Neonatologie / Geburtshilfe gesehen. Eine Anbindung der OP-Abteilung an ein Bettengeschoss ist nicht gegeben. Die Wand an Wand Lösung zwischen Neonatologie und Sectio-OP ist nicht umgesetzt. Die flächige Ausprägung der Pflegebereiche impliziert lange Wege für Patienten und Mitarbeiter. Die Organisation des Nachtdienstes ist bei der vorgeschlagenen räumlichen Gliederung der Stationen problematisch. Die Anbindung des Bettenhauses an den Funktionsbaus wird durch Art und Länge der Wege als kritisch angesehen. Funktionale Zusammenhänge im Diagnostikzentrum sind gut dargestellt. Es besteht eine ebenengleiche Anordnung von operativer Intensivstation und Zentral-OP.
Zusammenfassung:
Der vorliegende Entwurf stellt unter städtebaulichen Gesichtspunkten eine interessante Alternative dar, weil er sich harmonisch und niedriggeschossig in die natürliche Topographie des Wettbewerbsgebietes einfügt. Durch die helle, offene Gestaltung der Bettenhäuser ermöglicht der Entwurf positive Bezüge von Patienten, Mitarbeitern und Angehörigen zu Natur und Umwelt. Aus Nutzersicht werden einige wesentliche nutzungsrelevante Details als kritisch und dringend überarbeitungsbedürftig gesehen. Ein Optimierungspotenzial wird gesehen.