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Architektenwettbewerb abgeschlossen

Kreis Ravensburg – Zwei zweite Preise für die beiden Stuttgarter Architekturbüros Eggert & Partner und Heinle, Wischer und Partner sowie einen Sonderpreis für das Architekturbüro Arcass ebenfalls aus Stuttgart, so lautet das Ergebnis des Preisgerichts, das darüber zu befinden hatte, wie sich das Ravensburger Krankenhaus St. Elisabeth künftig baulich präsentieren wird. In einem weiteren Verfahrensschritt sollen nun die drei Preisträger in den nächsten Wochen ihre Vorstellungen nochmals überarbeiten und so dem Ravensburger Kreistag die Basis für den endgültigen Zuschlag verschaffen.

Insgesamt 12 Architekturbüros hatten an dem vom Kreistag im vergangenen Jahr ausgelobten Wettbewerb zur baulichen Neustrukturierung des sanierungsbedürftigen Krankenhauses teilgenommen. Dass es für keinen Teilnehmer zu einem ersten Platz reichte, begründet Professor Jörg Aldinger, der Vorsitzende des Preisgerichts, damit, dass keiner der „zum Teil wirklich guten“ Vorschläge unverändert umgesetzt werden kann. Angesichts der komplexen Wettbewerbsvorgaben kam das für den Stuttgarter Architekten und Dekan der Fachhochschule Biberach aber gar nicht so überraschend. Architektonisch gesehen präsentiere sich das EK nämlich als ein „Ensemble verschiedener Bauten aus verschiedenen Zeiten in sehr verschiedenem Zustand“. Alle Gebäudeteile zu erhalten sei deshalb ebenso wenig sinnvoll wie es wirtschaftlich nicht vertretbar wäre, alles komplett abzubrechen, schreibt dazu auch die Kreisverwaltung in ihrer Pressemitteilung. Die Wettbewerbsvorgaben schrieben deshalb auch zwingend vor, dass zumindest vier der derzeit vorhandenen Gebäude stehen bleiben und in das neue Baukonzept integriert werden müssen. Diese Vorgabe nicht beachtet hat beispielsweise das Architekturbüro Arcass aus Stuttgart mit dem vorgeschlagenen Abbruch eines dieser Gebäude. Nach den strengen Statuten des Wettbewerbs hat dies zum Ausschluss von der regulären Preisvergabe geführt. Angesichts der „insgesamt guten Ideen“ und vor allem der Möglichkeit, diesen „Makel“ durch entsprechende Nachplanungen auszugleichen, vergab das mit Professor Aldinger, Ravensburgs Oberbürgermeister Hermann Vogler, Landrat Kurt Widmaier, dem Ravensburger Architekten Werner Fricker, OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison und weiteren Architekten und Kreisräten prominent besetzte 11-köpfige Preisgericht dem Stuttgarter Architekturbüro an Arcass aber dennoch einen mit 70.000 Euro dotierten Sonderpreis. Mit jeweils 95.000 Euro prämiert wurden die beiden zweiten Preise; mit einem so genannten Ankauf in Höhe von 40.000 Euro bedacht wurde die Arbeit des Architekturbüros RRP aus München.

Alles in allem habe man nun die „richtige Basis für eine gute Lösung der baulichen Probleme“ des EK, zieht auch Landrat und OSK-Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Widmaier eine positive Bilanz aus dem rund neunmonatigen Wettbewerbsmarathon. Die Unterbrechung im vergangenen Mai hat den „Weg zum Umbau des EK“ nach Einschätzung von Widmaier übrigens nicht gestört, sondern sogar „leichter und besser“ gemacht; solche „Denkpausen“ kommen auch nach Auffassung von Architekturprofessor Aldinger „immer mal wieder vor“.

Nach dem Preisgericht hat nun als nächstes der Ravensburger Kreistag das Sagen. Als Eigentümer der OSK-Immobilien wird der Landkreis voraussichtlich Ende November den endgültigen Zuschlag an eines der prämierten Architekturbüros erteilen. Zuvor aber müssen diese die Zeit bis dahin nutzen und ihre Arbeiten nach den Vorstellungen von OSK und Kreisverwaltung noch optimieren.