Unser Wörterbuch soll Dir helfen, medizinische Fachbegriffe besser zu verstehen. Es beschränkt sich aber auf die Fachwörter, die Du zum Verständniss unserer Vorlesungen benötigst oder auf Begriffe, um deren Erklärung wir per E-mail gebeten wurden.
Wenn Du Vorschläge zu weiteren Fachwörtern hast, die wir hier unbedingt erklären sollten, dann schicke uns eine E-mail an: kinderakademie@oberschwabenklinik.de.
Anästhesist
Narkosearzt; er sorgt dafür, dass der Patient während einer Operation schläft und keine Schmerzen hat; oft sind Anästhesisten auch als Notärzte auf dem Rettungswagen unterwegs und sie sind zuständig für schwer kranke Patienten auf der → Intensivstation.
Chirurg
Arzt, der operiert und meist auf ein chirurgisches Fachgebiet spezialisiert ist: ein Viszeralchirurg operiert Bäuche und innere Organe (z.B. den Blinddarm), ein Thoraxchirurg operiert Brustorgane wie z.B. die Lunge, ein Unfallchirurg operiert gebrochene Knochen, ein Gefäßchirurg operiert z.B. Krampfadern oder die Halsschlagader, ein Plastischer Chirurg macht Schönheitsoperationen usw..
CT/Computertomographie
spezielle Form des → Röntgens, bei der der Patient im Liegen durch eine Röhre geschoben wird; es werden so genannte Schnittbilder vom menschlichen Körper gemacht, so wie wenn man eine Wurst in hauchdünne Scheibchen schneidet und dann das Innere der Wurst betrachten kann.
EKG/Elektrokardiogramm
Während das Herz schlägt durchlaufen den Herzmuskel elektrische Ströme, die man durch auf die Haut aufgeklebte Kabel ableiten kann. Ist das Herz krank, sehen die abgeleiteten Kurven anders aus als beim Gesunden, so dass der Arzt daraus Schlüsse auf den Gesundheitszustand des Patienten ziehen kann.
Fraktur
Knochenbruch; bei einer „offenen“ Fraktur ist durch den Bruch zusätzlich noch die Haut über dem Knochen verletzt.
Gynäkologe
Arzt für Frauenkrankheiten und für Geburtshilfe; er hilft den Hebammen bei schwierigen Geburten oder macht, wenn nötig, einen → Kaiserschnitt; er kümmert sich aber z.B. auch um Patientinnen mit Brustkrebs.
Infektion
Eindringen von Keimen (Bakterien, Viren oder Pilzen) in den Körper durch eine Wunde oder durch die Nahrung; Infektionskrankheiten sind z.B. Malaria, Kinderlähmung, Windpocken, Salmonellenvergiftungen, aber auch Erkrankungen durch HIV (= humanes Immundefizienz-Virus) oder Herpesviren.
Intensivstation
Station im Krankenhaus, auf der die schwer kranken Patienten liegen, die man ständig überwachen muss; anders als auf einer normalen Krankenstation sind hier Monitoren über den Betten, wo man rund um die Uhr Herzfrequenz und Blutdruck der Patienten ablesen kann.
Kaiserschnitt
Kann ein Baby nicht auf normalem Weg zur Welt kommen, weil es z.B. verkehrt herum im Bauch der Mutter liegt oder zu groß ist für das knöcherne Becken der Mutter, kann man das Baby auch durch einen Bauchschnitt herausholen, während die Mutter betäubt ist; benannt nach dem berühmten römischen Kaiser Julius Cäsar, der - einer zweifelhaften Legende nach - aus dem Bauch seiner Mutter herausgeschnitten worden sein soll.
Laparoskopie
auch „Knopflochchirurgie“ genannt; in den Bauch des Patienten werden 3 oder 4 winzige Löcher gemacht, durch die man ihn mit Hilfe einer Kamera und dünnen Instrumenten operieren kann, ohne dass ein großer Schnitt gemacht werden muss.
MRT/Magnetresonanztomographie
auch „Kernspintomographie“ genannt; wie beim → CT werden Schnittbilder des menschlichen Körpers gemacht (z.B. vom Knie); im Unterschied zum CT geschieht das aber nicht durch → Röntgen-Strahlung, sondern durch starken Magnetismus; deshalb dürfen sich in dem Raum, wo das MRT-Gerät steht, keine metallischen Gegenstände befinden, da diese sonst in der Luft herumfliegen würden!
Narkose
Durch spezielle Medikamente und Narkosegase lässt der → Anästhesist den Patienten während einer Operation schlafen, damit dieser nichts spürt und keine Schmerzen hat.
Neurochirurg
Arzt für Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns und des Rückenmarks, die man operieren kann (damit unterscheidet er sich vom → Neurologen, der nicht operiert); dazu gehören z.B. Gehirntumore oder Bandscheibenvorfälle; siehe auch → Trepanation.
Neurologe
Arzt für Gehirn-, Nerven- und Muskelerkrankungen; er kümmert sich z.B. um Patienten, die einen → Schlaganfall gehabt haben oder die von einer Zecke gebissen wurden und davon eine Hirnhautentzündung bekommen haben.
Osteosynthese
"Zusammenflicken" eines gebrochenen Knochens z.B. durch Metallplatten, Nägel, Schrauben oder Drähte.
Pädiater
Kinderarzt; er kümmert sich um Früh- und Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche bis ca. 18 Jahre.
Radiologe
Arzt für Röntgen-Diagnostik und Strahlenheilkunde; in seiner Abteilung werden durch → Röntgen, → CT, → MRT und andere Methoden Bilder vom Inneren des menschlichen Körpers gemacht; anhand dieser Bilder kann man dann den Verdacht auf eine bestimmte Krankheit lenken oder sogar eine endgültige Diagnose stellen.
Röntgen
Sichtbarmachen v.a. von Knochen, aber auch anderen Strukturen im Körper durch Strahlen, die Fotopapier schwärzen können; benannt nach Konrad Röntgen, dem Erfinder des Verfahrens.
Schlaganfall
auch „Apoplex“ genannt; durch Verschluss (manchmal aber auch durch Platzen) einer Ader im Gehirn fallen wichtige Strukturen aus, die die Beweglichkeit der Muskeln von Armen und Beinen, aber auch vom Gesicht steuern; Patienten mit Schlaganfall fallen oft durch einen hängenden Mundwinkel und Lähmungen einer Körperhälfte auf.
Schock
Kreislaufzusammenbruch; dazu kann es kommen, wenn ein Mensch durch eine größere Verletzung sehr viel Blut verliert, wenn sein Herz sehr, sehr schwach und krank ist, wenn sich durch eine → Infektion zu viele Keime (Bakterien usw.) in seiner Blutbahn befinden oder auch, wenn jemand im Rahmen einer Allergie übermäßig stark auf die unverträgliche Substanz reagiert.
steril
keimfrei; im OP muss es steril sein, damit man bei Operationen keine Keime in die Wunden der Patienten verschleppt; dazu tragen Operateure und OP-Schwestern über ihren grünen Kleidern zusätzlich sterile Mäntel und sterile Handschuhe; auch die Instrumente zum Operieren sind steril.
Trepanation
Aufbohren des Schädelknochens am schlafenden Patienten, wenn dieser z.B. durch einen Unfall Blut unter der Schädeldecke hat, das lebensbedrohlich auf sein Gehirn drückt und deshalb entlastet werden muss; mancher Kinderakademie-Teilnehmer hat das schon selbst an einer Kokosnuss ausprobieren dürfen!
Ultraschall
auch „Sonographie“ genannt; nach Auftragen eines glibberigen Gels z.B. auf den Bauch kann man mit Hilfe eines Schallkopfes (der „Kamera“) völlig schmerzlos die inneren Organe darstellen und untersuchen; dabei entsteht ein Schwarz-Weiß-Bild auf dem Fernseher, das für das ungeübte Auge aussieht wie Schneegestöber.