Oberschwabenklinik
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Operationsvorbereitung
Am Tag vor der Operation (Aufnahmetag) wird der Darm komplett durch Trinken einer sogenannten Darmspüllösung gereinigt. Es müssen drei bis vier Liter dieser Lösung getrunken werden. Die Reinigung ist abgeschlossen, wenn die die Absonderungen aus dem After keine festen Bestandteile mehr enthalten und die Farbe von Kamillentee haben. Danach sollten Sie keine feste Nahrung oder gefärbte Getränke mehr zu sich nehmen. Um Ihren Ernährungszustand trotzdem durch Kalorienzufuhr optimal für die Operation vorzubereiten und Ihnen das Hungergefühl zu nehmen, erhalten Sie während und nach den Abführmaßnahmen ein spezielles Zuckergemisch (Maltodextrin) zu trinken.

Operationsarten
Die Operationsart richtet sich nach dem Tumorstadium und der Tumorlokalisation. Bei fast allen Tumioren kann heute der Schließmuskel erhalten werden, sofern vor der Operation eine ausreichende Schließmuskelfunktion bestand. Nur in seltenen Fällen ist die Entfernung des Schließmuskels und die Anlage eines dauerhaften künstlichen Ausgangs notwendig. Hingegen musss sehr häufig vorübergehend ein künstlicher Ausgang für die Dauer von sechs bis 12 Wochen angelegt werden (siehe Seite Stomatherapie).

Lokale Excision
In den Fällen, in denen der Tumor sehr klein ist, nur die Schleimhautschicht befallen hat und keine vergrößerten Lymphknoten in der Endosonografie (Ultraschall des Mastdarmes) vorhanden sind, kann der Tumor durch lokales Ausschneiden durch den Afterkanal entfernt werden. Diese Methode wird "Transanale endoskopische Mikrochirurgie" genannt. In diesem Fall ist auch keine präoperative Radiochemotherapie erforderlich.

Anteriore Rektumresektion
Bei dieser Operation wird das Rektum mit einem Teil des Sigma (s-förmig verlaufender Darmanteil direkt über dem Rektum) entfernt. Meist wird zur Rekonstruktion der Passage die Darmnaht direkt am Schließmuskel durchgeführt, manchmal bleiben auch wenige Zentimeter Mastdarm erhalten. Bei Nähten direkt am Schließmuskel muss vorübergehend für einige Wochen ein Dünndarmstoma angelegt werden, um den Heilungsprozess der Naht nicht zu gefährden. Sie werden darüber in jedem Fall vor der Operation aufgeklärt.

anteriore Rektumresektion
Anastomosierung mit Klammernahtgerät
 

Abdomino-perineale Rektumexstirpation mit Entfernung des Sphinkters
Liegt der Tumor zu nahe im Bereich des Schließmuskels, muss das gesamte Rektum mit dem Schließmuskel entfernt werden. Der After wird verschlossen und das Sigma als bleibender Darmausgang ausgeleitet.

Operationstechnik
Nach Inspektion der Bauchhöhle einschließlich Palpation aller Organe - insbesondere der Leber - wird der Enddarm präpariert. Um vor allem die Nerven, die die Blase und die Geschlechtsorgane versorgen, zu schonen wird in einer speziellen Schicht operiert, um das Fettgewebe und die Lymph- und Blutgefäße neben dem Rektum, das sogenannte Mesorektum, komplett zu entfernen (Totale Mesorektale Excision, TME). Dieses Verfahren erfordert große und langjährige Erfahrung. Trotzdem kann es zu Irritationen der Nerven kommen. So kann es zu Blasenentleerungsstörungen und zu Erektionsstörungen kommen.

Zur Wiederherstellung der Darmpassage nach der anterioren Rektumresektion werden die beiden verbliebenen Darmenden durch eine "End-zu-End-Anastomose" vereinigt. Dabei wird ein Teil des zirkularen Klammernahtgeräts über den After eingeführt. Diese Art der Anastomosierung nennt sich Staplerverfahren. Die Auslösung des Gerätes bewirkt eine dreifache, zirkuläre Klammernaht. Die Klammern werden nicht wieder entfernt und werden von der Darmschleimhaut so überwachsen, dass sie keine Probleme bereiten.
Bei tiefsitzenden Tumoren, die nahe dem After sind, muss die Naht von Hand durch den After erfolgen (coloanale Anastomose). In diesem Fall ist es notwendig, vorübergehend für einige Wochen einen künstlichen Darmausgang (Ileostoma) anzulegen, um die Naht zu schonen und die Heilung nicht zu gefährden (siehe Stomatherapie).

Muss eine perineale Rektumexstirpation durchgeführt erfolgen, wird nach der Präparation des Enddarms in der Bauchhöhle der Enddarm vom After her ausgelöst und die Wunde nach Einlage einer Drainage verschlossen. Anschließend wird an der vorher angezeichneten Stelle der Dickdarm als bleibender Ausgang ausgeleitet (siehe Stomatherapie).

Am Ende der Operation erfolgt der Verschluss des Bauchfells und der Muskelschicht mit resorbierbarem Nahtmaterial. Die Haut wird mit Klammern verschlossen, die wieder entfernt werden müssen.

Anlage eines endständigen Kolonstomas nach abdomino-perinealer Rektumexstirpation