Oberschwabenklinik
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Welche Untersuchungen erwarten mich bei Darmkrebs ?

Besteht aufgrund der Beschwerden oder einer auffälligen Vorsorgeuntersuchung der Verdacht auf Darmkrebs, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Ziel dieser Untersuchungen ist es, festzustellen, ob tatsächlich ein Darmkrebs vorliegt, und falls dem so ist, wie weit dieser fortgeschritten ist.
Welche Untersuchungen im Einzelnen auf Sie zukommen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

 

 

Untersuchungsmethoden zum Nachweis von Darmkrebs:

Koloskopie (Komplette Darmspiegelung)

Die Darmspiegelung ist die aussagekräftigste Untersuchung des Dickdarms. Bei der Darmspiegelung wird das gesamte Dickdarminnere mit einem beweglichen Schlauch (Endoskop) ausgeleuchtet und auf Auffälligkeiten untersucht. Vorher muss der Darm durch Trinken einer speziellen Spüllösung (üblicherweise drei bis vier Liter am Tag vor der Untersuchung) gründlich gereinigt werden.

Nur durch die Darmspiegelung kann ein Darmkrebs durch Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) sicher nachgewiesen werden. Mögliche Krebsvorstufen (z.B. Polypen) können bei dieser Untersuchung nicht nur erkannt, sondern auch gleich entfernt werden. Neben der Diagnosesicherung zeigt diese Untersuchung auch die genaue Lage und Beschaffenheit des Darmkrebses.

Rektoskopie und Endosonographie (Spiegelung und Ultraschalluntersuchung des Enddarms)

Als Rektoskopie wird die Untersuchung der letzten 15 cm des Darmes bezeichnet. Sie ist bei Mastdarmkrebs zusätzlich notwendig, um dem Chirurgen weitere wichtige Informationen über die Lage des Tumors zu geben. Hierbei kann eine Ultraschallsonde über den After in den Mastdarm eingeführt werden, um das Einwachsen des Tumors in die einzelnen Darmwandschichten und die benachbarten Lymphknoten zu beurteilen. Diese Untersuchung ist beim Mastdarmkrebs wichtig für die Entscheidung, ob eine Bestrahlung vor der Operation durchgeführt werden sollte.

Weiterhin gibt diese Untersuchung zusammen mit einer Funktionsbeurteilung des Schließmuskels wichtige Informationen, ob der Schließmuskel erhalten werden kann oder ob ein bleibender künstlicher Darmausgang angelegt werden muss.

 

Untersuchungen zur Erfassung der Tumorausbreitung (Staging)

Neben den erwähnten Methoden zum Nachweis von Darmkrebs erfolgen vor einer möglichen Operation immer auch Untersuchungen zur Erfassung der Tumorausbreitung (Tumorstadium).

Sonografie (Ultraschalluntersuchung)

Der Ultraschall ist die einfachste Untersuchungsmethode, um innere Organe wie Leber, Nieren oder Milz darzustellen; sie ist risikolos, ohne Röntgenstrahlung und schmerzfrei. Bei Darmkrebs wird mit der Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdomen) geklärt, ob Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen vorliegen. Vor allem die Beurteilung der Leber steht dabei im Mittelpunkt.

Röntgen-Thorax (Röntgenbild der Lunge)

Diese Standarduntersuchung dient beim Darmkrebs neben der allgemeinen Beurteilung von Herz und Lunge zusätzlich der Suche nach möglichen Absiedelungen (Metastasen) in der Lunge. Bei verdächtigen Vergrößerungen wird sich zur weiteren Klärung eine Computertomografie des Brustkorbs anschließen.

Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Computertomografie und die Magnetresonanztomografie (auch Kernspintomografie genannt) sind spezielle Röntgenuntersuchung, bei der der menschliche Körper in Schnittbildern dargestellt wird. Bei Darmkrebs kann eine solche Untersuchung nicht nur den Darmtumor selbst, sondern auch mögliche Lymphknotenvergrößerungen oder Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen aufdecken.

Blutuntersuchungen

Die allgemeinen Blutuntersuchungen geben Hinweise auf den Zustand und die Funktion einzelner Organe wie Nieren oder Leber. Im Rahmen der Behandlung von Krebserkrankungen können zudem sogenannte "Tumormarker" bestimmt werden. Dabei handelt es sich um Substanzen, die zwar verstärkt von Tumorzellen gebildet werden, jedoch sehr unspezifisch sind und auch bei Gesunden vorkommen können. Weder schließt ein negativer oder normaler Tumormarker eine Krebserkrankung aus, noch beweist ein erhöhter Tumormarker eine Krebserkrankung. Tumormarker eignen sich vielmehr zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs nach erfolgter Tumorentfernung, wenn sie zuvor erhöht waren. Im Rahmen der Tumornachsorge kann ein erneuter Anstieg dieses Tumormarkers dann auf einen Krankheitsrückfall hinweisen. Der wichtigste Tumormarker für Darmkrebs ist das CEA (karzinoembryonales Antigen).

 

Untersuchungen zur Erfassung des Operationsrisikos

Insbesondere bei älteren Patienten erfolgen vor einer Narkose und einem operativen Eingriff immer auch Untersuchungen zur Erfassung des Operationsrisikos.

Massnahmen zur Erfassung des OP-Risikos sind: 

  • Vorbereitungsgespräch mit dem Narkosearzt (Anästhesisten)
  • Lungenfunktions-Tests
  • Kardiologische Untersuchung (EKG, Ultraschall des Herzens, sog.  Echokardiogramm)
  • Gefäßuntersuchungen
  • Nieren- und Leberfunktionstests

Falls hierbei Auffälligkeiten entdeckt werden, kann ggf. vor der Operation durch geeignete Massnahmen das Risiko reduziert werden.